Leiblfing ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
Nach den Erzählungen und Darstellungen von älteren hiesigen Bewohnern ist das Bild Leiblfings um die Jahrhundertwende sehr verschieden von dem heutigen. Im Jahre 1900 zählte der Ort 40 Häuser. Die meisten Einwohner betrieben Landwirtschaft. Fast alle Höfe waren in Viereckform angelegt. In der Mitte des Hofes prangte ein großer Düngerhaufen mit der „Odellake“. Stalldung war das einzige Düngemittel; es gab noch keinen Kunstdünger. Es bestand die Dreifelderwirtschaft: Im ersten Jahr wurde Körnerfrucht gesät, im zweiten wurden Hackfrüchte angebaut, im dritten Jahr blieben die Felder brach liegen. Maschinen gab es in dieser Zeit noch fast keine. Alle Arbeit musste mittels Menschen- und Tierkraft geleistet werden, wie z.B. bei der Ernte. Am Samstag vor der Ernte war in Straubing der Erntedingmarkt. Aus dem bayrischen Wald und den umliegenden Orten kamen Männer und Frauen, die zu Hause abkömmlich waren, nach Straubing und verdingten sich als Erntearbeiter. Die Gäubauern fuhren auf ihren „Gäuwägerln“ ihre „Arnleut“ heim. Nun begann eine harte Zeit. Um zwei Uhr morgens wurde aufgestanden. Nach Verrichtung der Stallarbeiten marschierten um 4 Uhr früh die Ernteleute in schöner Ordnung aufs Feld. Voran ging der Knecht, der die Arbeit nach Aussprache mit dem Bauern anschaffte, hinterdrein kamen der „Anderknecht“, der „Drittler“, der „Viertler“ und die Ernteknechte. Den Männern folgten die Mägde. Das Korn wurde mit der Sichel geschnitten, das übrige Getreide mit der Sense. Die Männer mähten das Getreide, die Frauen fassten davon Büschel und banden sie mit Strohbändern zu Garben. Am Abend wurden je 9 Garben zu sog. „Böckeln“ aufgestellt. War das Getreide trocken, wurde es auf großen Heuwägen, die Pferde oder Ochsen ziehen mussten, heimgefahren. Mancher Bauer besaß 8 – 10 Pferde. Zur Brotzeit gab es einen Krug Bier oder „Scheps“ (minderwertiges Bier), Brot und Rettich oder Milch.